Rauchen ist eine Angewohnheit, mit der es schwer ist, wieder aufzuhören.

Laut Action on Smoking and Health (ASH) wollen zwei Drittel aller Raucher mit dem Rauchen aufhören. Nur eine weitaus geringere Anzahl (30-40%) versuchen jedoch tatsächlich innerhalb eines Jahres mit dem Rauchen aufzuhören.

Es gibt jedoch gute Nachrichten: die allgemeine Anzahl an Rauchern in Deutschland ist nach einem kleinen Anstieg im Jahr 2003 nun wieder rückläufig. Dort rauchten rund 38% der Männer und 32% der Frauen in Deutschland. In 2011 waren es hingegen nur noch 34% der Männer und 29% der Frauen.

Für diesen Rückgang gibt es wahrscheinlich vielerlei Gründe.

Zuerst einmal sind die Risiken, die das Rauchen mit sich bringt (wie Herzkrankheiten und verschiedene Arten von Krebs) nun viel bekannter als vor ein paar Jahrzehnten. Auch gibt es heutzutage viel mehr Aufklärungs-Kampagnen als damals.

Zudem wurden neue Regelungen was den Handel mit Zigaretten betrifft, eingeführt. Auch die Steuern, die auf Zigaretten erhoben werden, wurden erhöht, was auch den Preis ansteigen ließ. Werbeträger und Sponsoring Restriktionen wurden ebenfalls eingeführt, was die Vermarktung von Zigaretten nun erschwert.

Die Einführung von Rauchstopp-Medikamenten wie Nikotinersatztherapien o.ä. führte außerdem dazu, dass es nun leichter ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Das Ziel eines jeden Rauchers sollte es sein, mit dem Rauchen aufzuhören. Dies hilft Ihnen, das Risiko, an mit dem Rauchen in Verbindung stehenden Krankheiten zu erkranken, zu verringern. Diejenigen, denen das Aufhören tatsächlich gelingt, werden feststellen, wie sich auch ihre allgemeine Gesundheit verbessert.

Natürlich ist jeder Raucher unterschiedlich. Nur weil eine Methode um mit dem Rauchen aufzuhören für den einen funktioniert hat, bedeutet dies nicht, dass es für jeden funktioniert.

Glücklicherweise jedoch gibt es verschiedene Methoden wie Sie vorgehen können. Und wenn die eine für Sie nicht funktioniert, probieren Sie einfach eine andere au.

Hierzu zählen: 

  1. Verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente (Zyban und Champix)
  2. Nikotinersatztherapie
  3. E-Zigaretten
  4. Abruptes Aufhören

Verschreibungspflichtige Rauchstopp-Medikamente

Es gibt zur Zeit zwei verschreibungspflichtige Medikamente, die zur Raucherentwöhnung eingenommen werden können.

Kurze Zeit nach Beginn der Einnahme wird der Anwender mit dem Rauchen aufhören. Diese Medikamente wirken, indem sie das Ausmaß an Nikotinentzug reduzieren.

Zyban wird von GlaxoSmithKline hergestellt und ist seit 1997 auf dem Markt. Es enthält den Wirkstoff Bupropion und wird üblicherweise über einen Zeitraum von neun Wochen eingenommen. Es hilft dem Anwender mit dem Rauchen aufzuhören indem es die Wiederaufnahme von bestimmten chemischen Neurotransmittern im Gehirn verhindert, welche üblicherweise durch das Inhalieren von Nikotin stimuliert werden.

Das bedeutet, dass die Person, die das Medikament einnimmt, nicht so starke Entzugserscheinungen erfährt als sie normalerweise erfahren würden.

Champix ist eine Tablette, die von Pfizer hergestellt werden und seit 2006 als Raucherentwöhnungs-Medikament zugelassen sind.

Es wird auch eine ähnliche Weise wie Zyban angewendet. Nutzer fangen mit einer geringen Dosierung an, welche sie um das Datum, an dem sie tatsächlich das Rauchen einstellen, erhöhen. Die Kur wird üblicherweise über einen Zeitraum von 12 Wochen eingenommen. Dann entscheidet ein Arzt, ob Sie die Dosierung reduzieren sollen oder die Einnahme absetzen.

Der aktive Wirkstoff in Champix ist Vareniclin, welcher an den Nikotinrezeptoren im Gehirn wirkt, um den Nikotinentzug zu verhindern. Er hat außerdem den zusätzlichen Effekt, dass die Wirkung des inhalierten Nikotins auf die Rezeptoren verringert wird. Sollte jemand also rauchen obwohl er oder sie das Medikament einnimmt, fühlen sie dabei keinen Genuss.

Diese beiden Medikamente sind jedoch nicht für jeden geeignet. Ein Arzt muss das medizinische Profil des Patienten überprüfen bevor er oder sie ein Rezept für eines der beiden Medikamente ausstellen kann, da beide die Gefahr birgen, Nebenwirkungen hervor zu rufen. Hier ist es auch wichtig anzumerken, dass beide Medikamente nur im Rahmen eines umfangreichen Rauchstopp-Programms eingenommen werden sollten. Dies umfasst ebenfalls regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Beide Medikamente führten im Rahmen klinischer Tests zu besseren Aussteigerquote als Placebo.

Nikotinersatztherapie

Über viele Jahre hinweg wurde die Nikotinersatztherapie als DIE Methode betrachtet, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen. Nikotinersatztherapie gibt es in vielerlei Formen: als transdermale Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten und Inhalatoren.

Diese Produkte liefern dem Körper das Nikotin, welches durch den Rauchstopp nun nicht mehr verfügbar ist. Dies lindert das Verlangen, zu rauchen.

Aufgrund der verschiedenen Ausführungen, ist die abgegebene Menge an Nikotin jeweils unterschiedlich.

Nikotinpflaster geben beispielsweise eine regelmäßige Dosierung über 16 bis 24 Stunden hab; dies ist davon abhängig, ob das Pflaster über die Nacht entfernt wird oder nicht.

Das Pflaster wird einmal am Tag ausgewechselt und ist in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich. Üblicherweise wird mit einer höheren Dosierung nach dem Rauchstopp angefangen. Diese wird dann über mehrere Wochen hinweg reduziert.

Andere Nikotinersatztherapien wie beispielsweise Kaugummis und Lutschtabletten bringen einen kürzeren und weniger nachhaltigen Nikotin “Flash”. Sie werden eher eingenommen, um das Verlangen nach einer Zigarette auf Abruf zu mindern.

Das in den oralen Nikotinersatztherapien (wie Kaugummis und Lutschtabletten) enthaltene Nikotin wird durch die Schleimhäute im Mund in den Blutkreislauf aufgenommen. Sie werden von dem/ der Anwender/in in einer bestimmten Weise und in Etappen gekaut um sicher zu stellen, dass das Nikotin effektiv abgegeben wird. Die Anwendung wird an dem Tag begonnen, an dem der Anwender das Rauchen einstellt. Einige Hersteller raten, dass die Einnahme über einen Zeitraum von 12 Wochen fortgeführt werden soll. Auch hier gilt es, die Dosierung langsam zu verringern um den Nutzer von dem Nikotin zu entwöhnen.

Nikotin-Inhalatoren geben das Nikotin durch die Schleimhäute im Mund ab und werden von vielen am liebsten verwendet, da die Anwendung der körperlichen Bewegung beim Rauchen gleicht.

Jedes Produkt ist erhältlich von verschiedenen Herstellern. In einigen Fällen wird der Arzt dazu raten, mehrere Nikotinersatztherapien parallel anzuwenden, um die Chancen, erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören, zu erhöhen. Die Dosierung und Dauer der Anwendung sind individuell von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und davon, wie lange die Person geraucht hat, abhängig.

Die genauere Betrachtung von Tests zeigte, dass die Nutzung von Nikotinersatztherapien die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit dem Rauchen aufhört von 50% auf 70% erhöhen. Andere Untersuchungen zeigten, dass Nikotinersatztherapien die Wahrscheinlichkeit mit dem Rauchen aufzuhören sogar verdoppeln.

E-Zigaretten

E-Zigaretten sind besonders in den letzten Jahren immer populärer geworden.

Sie sind normalen Zigaretten am ähnlichsten, da man dieselbe Bewegung ausführt und die Geräte auch recht ähnlich geformt sind. Zudem rufen sie den selben “Flash” wie normale Zigaretten hervor.

Die Geräte enthalten eine Flüssigkeit, in welcher Nikotin enthalten ist. Wenn diese Flüssigkeit erhitzt wird, entsteht ein Dampf, der dann von dem Nutzer eingeatmet wird. Da bei diesem Vorgang kein Tabak oder weitere Chemikalien verbrannt werden, gestattet es dem Nutzer, Nikotin aufzunehmen, ohne die Giftstoffe, welche in Zigaretten enthalten sind, zu inhalieren. Karbonmonoxid und Teer werden bei der Nutzung von E-Zigaretten nicht eingeatmet; es werden jedoch andere schädliche Chemikalien inhaliert, wenn auch in bedeutend geringerer Dosierung im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten.

Laut mehrere Studien hat sich gezeigt, dass E-Zigaretten Rauchern dabei helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ihre Wirksamkeit ist 60% höher als rezeptfreie Nikotinersatztherapie: “weitgehend vergleichbar” mit rezeptpflichtigen Medikamenten mit “beschränkter verhaltensorientierter Unterstützung”; jedoch weniger wirksam als dieselben Medikamente mit “spezieller verhaltensorientierter Unterstützung”, laut Smoking Toolkit Study.

Die Nutzung von E-Zigaretten wird seit einigen Jahren immer wieder diskutiert; da es sich bei ihnen um einen neueren Artikel handelt, ist noch nicht viel über die Langzeitauswirkungen bekannt, und ob sie ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Abruptes Aufhören

Bei dem abrupten Aufhören verlässt sich der Raucher ganz und gar auf seine oder ihre Willenskraft und in einigen Fällen mentale Methoden. In einigen Studien die diese Methode mit Nikotinersatztherapien, verschreibungspflichtigen Rauchstopp-Medikamenten und E-Zigaretten verglichen, zeigte das abrupte Aufhören die am weniger erfolgreichsten Resultate. Abrupt mit dem Rauchen aufzuhören, ist als die schwierigste Methode bekannt.

Es ist jedoch eine Maßnahme, die funktionieren kann und die als ersten versucht werden sollte, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen.

Die Anzahl der Zigaretten, die jemand raucht und auch wie lange jemand schon raucht, können einen großen Unterschied machen, wenn Sie abrupt mit dem Rauchen aufhören wollen. Jemand, der nicht so viel raucht, kann wahrscheinlich besser mit dem Nikotinentzug und den Entzugserscheinungen umgehen, als jemand der viel raucht.

Vielen, die mit dieser Methode mit dem Rauchen aufhören wollen, gelingt dies auch. In einigen Fällen benötigt es jedoch mehr als einen oder zwei Anläufe.

Auch wenn es auf dem Papier und laut klinischer Studien nicht die effektivste Art ist, mit dem Rauchen aufzuhören, so geht Probieren dennoch über Studieren und es ist allemal einen Versuch wert.

Sollten Sie sich für diese Methode entscheiden, können Sie sich dennoch an Ihren Arzt oder einen anderen Spezialisten wenden. Dieser kann Ihnen Motivations-Gruppen empfehlen, in der Sie auf Gleichgesinnte treffen können.

Zuletzt überprüft:  29.08.2019